Institut für sozialwissenschaftliche
Forschung, Bildung und Beratung e.V. (ISFBB)
 
 
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Termine

17. April 2026, 18.30 Uhr: Serkan Yildirim (bekannt als "Mehmet O.", er überlebte den ersten NSU-Bombenanschlag) und Birgit Mair halten Vorträge bei der Ausstellungseröffnung "Rechtsterrorismus" im Stadtmuseum Schwabach



Serkan Yildirim (Foto: Birgit Mair)

Änderung im Programm: Robert Höckmayr kann am 17. April 2026 aus privaten Gründen nicht nach Schwabach kommen. Herr Höckmayr hat Birgit Mair jedoch erlaubt, seine Dokumente bei ihrem Vortrag über Rechtsterrorismus zu nutzen. Wir freuen uns sehr, dass der NSU-Überlebende Serkan Yildirim Herrn Höckmayr vertreten wird und am 17. April 2026 im Gespräch mit Birgit Mair als Zeitzeuge in Schwabach auftreten wird.

Termin: Freitag, 17. April 2026, 18.30 Uhr
Ort: Stadtmuseum, Museumshalle Museumsstr. 1, 91126 Schwabach
Eintritt frei.
Referierende: Serkan Yildirim und Birgit Mair
Um Anmeldung wird gebeten. Hier geht es zur Anmeldung

Am 17. April 2026 wird die Ausstellung Rechtsterrorismus im Stadtmuseum Schwabach eröffnet. Hierbei wird Birgit Mair einen Vortrag zum Thema "Die Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland seit 1945" halten und der Schwabacher Oberbürgermeister ein Grußwort halten.

Bereits in der Weimarer Republik übten extrem rechte und antidemokratische Gruppierungen Terror aus, der im staatlich organisiertem Terror des Nationalsozialismus gipfelte. Der Vortrag bietet einen Streifzug durch die Geschichte des rechten Terrors von der Weimarer Republik bis heute und lässt Betroffene rechter Gewalt zu Wort kommen.

Serkan Yildirim (früher bekannt als „Mehmet O.) überlebte den Bombenanschlag auf seine Kneipe "Sonnenschein" in der Nürnberger Scheurlstraße am 23. Juni 1999. Als Kind türkischer Gastarbeiterinnen und -arbeiter wurde er Nürnberg geboren und ging dort zur Schule. Er war stolz, als er im Alter von 18 Jahren im Juni 1999 seine Kneipe in Nürnbergs Südstadt eröffnen konnte. Dort explodierte eine Bombe, die ihn mittelschwer verletzte. Die polizeilichen Ermittlungen richteten sich auch gegen ihn. Fünf Jahre nach dem Anschlag auf seine Kneipe verließ er Nürnberg, eine Folge der Verdächtigungen gegen ihn und der Unsicherheit über die Hintergründe des Anschlags. Er berichtet, dass er die ständige Angst nicht mehr ausgehalten habe. Erst vierzehn Jahre nach dem Anschlag erfuhr er, dass der NSU die Tat begangen hatte. Beim Zeitzeugengespräch in Schwabach berichtet er von seinem Leben vor und nach dem Anschlag, seiner Zeugenaussage im bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss und vom Gerichtsprozess gegen Susann E., einer mutmaßlichen NSU-Helferin, den er gemeinsam mit anderen Betroffenen seit 2025 in Dresden beobachtet.

Moderiert wird das Zeitzeugengespräch von Birgit Mair vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. Sie führt seit acht Jahren Zeitzeugengespräche mit Serkan Yildim durch und kuratierte die bundesweit beachtete Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen". Birgit Mair beobachtete bereits 2012/2013 den ersten bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss sowie später den NSU-Prozess. Seit 2025 ist sie beratende Expertin für eine von der Bundeszentrale für politische Bildung in Auftrag gegebene Social-Media- und TV-Dokureihe über den NSU-Komplex. Die Ausstellung beleuchtet über 20 Fälle rechtsterroristischer Gewalt zwischen 1945 bis heute. Beispiele aus Nürnberg und Umgebung werden mit nationalen und internationalen Fällen in Beziehung gesetzt. Deutlich wird, dass Rechtsterrorismus keine temporäre und lokale Erscheinung der Gegenwart ist, sondern ein ständiger Begleiter der deutschen und internationalen Geschichte.

Einlassvorbehalt: Laut Art.10 Abs.1 BayVersG sind Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen den Einlass zu verwehren oder sie von der Veranstaltung auszuschließen.

4. Mai 2026, 19 Uhr: Als Kind eines jüdischen Vaters verfolgt - Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden René Kaufmann in München


René Kaufmann (Foto: Birgit Mair)

Termin: Montag, 4. Mai 2026, 19 bis 21 Uhr
Ort: München, Geschwister-Scholl-Wohnheim, Steinickeweg 7
Veranstalterin: Georg-von-Vollmar-Akademie
Eintritt frei. Anmeldung

Moderation: Birgit Mair, Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V., Autorin des Buches "Die letzten Zeuginnen und Zeugen - Meine Arbeit mit Holocaust-Überlebenden"

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Studentenwohnheim Geschwister Scholl e.V. statt.

Im Jahr 1937 wurde René Kaufmann in Belgien geboren. Seine Eltern waren bereits kurz nach Hitlers Machtantritt von Nazi-Deutschland aus zunächst in die Niederlande und später nach Belgien gezogen, wo René aufwuchs. Sein Vater war jüdisch, seine Mutter katholisch. Als die Wehrmacht im Jahr 1940 Belgien besetzte, wurde Renés Familie von den Nationalsozialisten verfolgt. Sein Vater versteckte sich in den Ardennen, und wurde Opfer eines medizinischen Expermients durch einen Arzt. René und seine beiden Geschwister waren ständiger Gefahr ausgesetzt, als Kinder eines jüdischen Vaters enttarnt zu werden. Der kleine René musste mit ansehen, wie seine Mutter wurde von den Nationalsozialisten schwer misshandelt wurde, da sie das Versteck des Vaters nicht preisgeben wollte. Auch erlebte er mit, wie seiner Tante vom Fahrrad gerissen und verschleppt wurde. Sie und beinahe der gesamte jüdische Teil der Familie wurde deportiert und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet. René Kaufmann lebt heute in Bayern. Er spricht Flämisch, Französisch und Deutsch.

13. bis 17. Juli 2026: Bildungsurlaub mit Birgit Mair in Nürnberg: "Auf nach Nürnberg!" Antisemitismus und jüdisches Leben am Beispiel Nürnbergs




Termin: 13. bis 17. Juli 2026
Ort: Nürnberg
Seminarleitung: Diplom-Sozialwirtin (Univ.) Birgit Mair

Vom mittelalterlichen Nürnberg zu den NSDAP-Reichsparteitagen, das antisemitische Hetzblatt "Der Stürmer", die rassistischen "Nürnberger Gesetze" – aber auch die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen ("Nürnberger Prozesse") und der Menschenrechtspreis der Stadt: an authentischen Orten, die im Laufe der Jahrzehnte erinnerungspolitische Gestaltung erfahren und im Seminarraum befassen wir uns mit jüdischem Leben in Deutschland und alten und neuen Formen des Antisemitismus. Auch die terroristischen Angriffe gegen die israelische Zivilbevölkerung am 7. Oktober 2023 und deren Folgen werden thematisiert.

Anerkennungsfähig als Bildungsurlaub in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz.

Veranstalter: Akademie Frankenwarte. Teilnahmepauschale und Detailprogramm folgen Anfang des Jahres. Gerne merken wir Sie vor, kontaktieren Sie die Veranstalter unter info@frankenwarte.de

10. bis 14. August 2026: Bildungsurlaub mit Birgit Mair in Kochel am See: "Extrem rechte Netzwerke in Ost- und Westdeutschland - Ein Streifzug durch die Geschichte von der Weimarer Republik bis heute"



Termin: 10.08.2026 ab 14:45 Uhr bis 14.08.2026,13:00 Uhr
Preis: 289,00 € (Die Kursgebühr beinhaltet die Teilnahme am Seminar, Vollverpflegung und Übernachtung im Doppelzimmer. Einzelzimmer können für einen Aufpreis von 25€/ Nacht gebucht werden)
Seminarleitung: Diplom-Sozialwirtin (Univ.) Birgit Mair
Veranstalter: Georg-von-Vollmar-Akademie

Das Seminar beleuchtet in komprimierter Form extrem rechte Bewegungen sowie den Umgang damit in der Weimarer Republik, den Umgang mit den NS-Verbrechen in BRD und DDR sowie im heutigen Gesamtdeutschland. Hierbei werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf extrem rechte politische Strömungen erläutert. Kontinuitäten rechten Terrors vom Oktoberfestattentat, den antisemitischen Doppelmord in Erlangen 1980, die NSU-Morde bis hin zum Terror in Halle und Hanau werden ebenso skizziert wie die mehr als zweihundert rechts motivierten Morde der letzten fünfzig Jahre. Hierbei wird auch die Perspektive von Betroffenen rechter Gewalt eingenommen. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf den jüngeren rechten Projekten der letzten zehn Jahre. Hierbei wird auf die klassische Neonaziszene, aber auch auf extreme Rechte, völkische Siedlungsbewegungen und die Reichsbürgerszene eingegangen. Auch die Entwicklungen rechter Parteien sowie deren unterstützendes Netzwerk (IB, Einprozent usw.) werden beleuchtet und die Radikalisierung und das Verbreiten von FakeNews, Halbwahrheiten, Desinformation und Verschwörungsideologien im Internet thematisiert. Neben Ursachenanalysen für Rechtsentwicklungen werden schließlich auch Handlungsempfehlungen für den Umgang mit rechten Tendenzen im Internet, auf der Straße und in den Parlamenten vorgestellt.

Anmeldung

24. bis 28. August 2026: Bildungsurlaub mit Birgit Mair in Kochel am See: "Fake News, Desinformation und Verschwörungsideologien: Handlungsstrategien im Umgang mit rechter Hetze im Netz"



Termin: 24.08.2026 ab 14:45 Uhr bis 28.08.2026,13:00 Uhr
Preis: 289,00 € (Die Kursgebühr beinhaltet die Teilnahme am Seminar, Vollverpflegung und Übernachtung im Doppelzimmer. Einzelzimmer können für einen Aufpreis von 25€/ Nacht gebucht werden)
Seminarleitung: Diplom-Sozialwirtin (Univ.) Birgit Mair
Veranstalter: Bayerisches Seminar für Politik e.V.

Das Web 2.0 hat der extremen Rechten den Zugang zur Mitte der Gesellschaft erleichtert. Seit dem ersten Corona-Lockdown 2020 und angesichts der Energiekrise sowie des Ukraine-Kriegs sind rassistische und menschenverachtende Inhalte auf Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram und Co. stark angestiegen. Auch in Deutschland nutzen Aktivistinnen und Aktivisten gezielt die aktuelle Krisenstimmung, um mit Verschwörungserzählungen, Halbwahrheiten und sogenannten „alternativen Fakten“ Ängste und Unsicherheiten in der Bevölkerung zu schüren. Im Seminar werden relevante Plattformen und einflussreiche Akteurinnen und Akteure analysiert, die Verknüpfungen zwischen rechter Netzwerkarbeit und Desinformation aufgezeigt sowie Handlungsstrategien gegen Hasspropaganda entwickelt. Zentrale Fragestellungen, die dabei behandelt werden, sind: Wie gelingt es extremen Rechten, soziale Medien zur Verbreitung ihrer Ideologien zu nutzen? Welche Rolle spielen Influencer in der Verbreitung von Desinformation? Die Teilnehmende erhalten wertvolle Informationen und praxisnahe Hilfestellungen, um Fake News und Desinformationen zu erkennen und wirksam auf rechte Hetze und Gewalt im Netz zu reagieren. Zudem werden Strategien erarbeitet, welche die Teilnehmenden dazu befähigen sollen, sich und andere davor zu schützen.

Anmeldung

7. bis 11. September 2026: Bildungsurlaub mit Birgit Mair im schönen Weilburg an der Lahn: "Die extreme Rechte in Ost- und Westdeutschland"



Termin: Montag, 7. September 2026 (10 Uhr) bis Freitag, 11. September 2026 (14 Uhr)
Tagungsstätte der Hessischen Lehrkräfteakademie, Weilburg an der Lahn

Rechtsextreme Einstellungen, Verschwörungserzählungen und demokratiefeindliche Bewegungen prägen zunehmend den öffentlichen Diskurs – online wie offline. Doch wo liegen ihre historischen Wurzeln? Welche Unterschiede bestehen zwischen Ost- und Westdeutschland? Und wie können wir als Gesellschaft, als Pädagoginnen und Pädagogen oder als Engagierte im Bildungsbereich wirksam dagegenhalten?

Der fünftägige Bildungsurlaub bietet fundiertes Wissen, historische Einordnung und praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit extrem rechten Tendenzen. Neben Vorträgen und Diskussionen erwarten die Teilnehmenden interaktive Methoden, Fallanalysen und ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen.

Seminarinhalte (Auszug)
  • Einführung in Begriffe, Erscheinungsformen und Geschichte des Rechtsextremismus
  • Antijudaismus, Antisemitismus und rechtsextreme Kontinuitäten seit der Weimarer Republik
  • Aktuelle Strategien und Netzwerke der extremen Rechten – auf der Straße und im Netz
  • Reichsbürger, Querdenker und „neurechte“ Medien
  • Der NSU-Komplex und die Aufarbeitung der Verbrechen
  • Ursachen und Dynamiken von Rechtsentwicklungen
  • Argumentations- und Handlungskompetenzen im Umgang mit menschenfeindlichen Parolen
  • Medienkritik und Analyse rechter Agitation

Seminarleitung: Birgit Mair, Diplom-Sozialwirtin (Univ.), Rechtsextremismus-Expertin, Buchautorin und Trägerin der Karl-Bröger-Medaille. Kuratorin der Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ und Autorin von „Die letzten Zeuginnen und Zeugen – meine Arbeit mit Holocaust-Überlebenden“. Leiterin des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V., Nürnberg.

Teilnahmepreis: 820 € pro Person

Zahlungsmodalitäten:
100 € Anzahlung binnen 7 Tagen nach Anmeldung zur Fixierung des Teilnahmeplatzes.
720 € Restzahlung bis vier Wochen vor Seminarbeginn.

Im Teilnahmepreis inbegriffen:
  • Bildungsurlaubsfähiges Seminarprogramm (5 Tage)
  • Durchgehend anwesende Seminarleitung
  • Übernachtung in Einzelzimmern in der Tagungsstätte Weilburg der Hessischen Lehrkräfteakademie
  • Vollpension (Frühstück, Mittagessen, Abendessen)
  • pro Seminartag zwei Kaffeepausen (vormittags und nachmittags) inkl. Getränke
  • Tagungsraum mit Tagungstechnik
  • Seminarmaterial

Anerkennung als Bildungsurlaub

Anerkannt für Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt.
Weitere Bundesländer auf Anfrage. Bitte wenden Sie sich frühzeitig an uns.

Veranstalter: Weilburg erinnert e.V.
Bildungs- und Gedenkinitiative zur Förderung demokratischer Kultur

Anmeldung
 
Impressum: ISFBB e.V., Rennweg 60, D-90489 Nürnberg
Tel. 0911-54055934, Fax 0911.54055935, info@isfbb.de